Blog,Zwo,Drei,Vier :>

Korfball? Was ist das? Im Interview: Nationalspieler Fabian Meid

Korfball wurde um die Jahrhundertwende in Holland erfunden. Die grundlegende Spielidee ähnelt der des Basketball, jedoch ist die Ausführung doch wieder vollkommen anders. Die feinen Unterschiede erklärt uns Fabian Meid, Nationalspieler der deutschen U21 und U23 Korfballteams.
Korfball wird in gemischten Teams mit jeweils vier Spielern und gleich vielen Spielerinnen gespielt. Um ein faires Spiel zu ermöglichen ist im Regelwerk festgehalten, dass Frauen nur von Frauen verteidigt werden dürfen und Männer nur von Männern. Ein weiterer markanter Unterschied zum Basketball ist, dass mit dem Ball nicht gelaufen werden darf, sondern ein schnelles Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft nötig ist.
Korfball kann auf dem Feld oder in der Halle gespielt werden. Die Körbe werden mit einem Abstand, der ein Sechstel der Gesamtlänge des Feldes beträgt, zur Grundlinie aufgestellt. Somit ist es möglich, dass auch um die Körbe herum gespielt wird. Die Körbe an sich haben bei erwachsenen Spielern eine Höhe von 3,5 Metern; bei Kindern nur 3 Meter.
Ziel des Spieles ist es möglichst viele Körbe zu erzielen, jedoch ist dieses Ziel durch die besonderen Verteidigungsregeln erschwert. Nach diesen Regeln ist nicht jeder Treffer des Korbes ein gültiger Treffer; es gibt die Möglichkeit, dass ein Korb als "verteidigt" gezählt wird und der erzielte Treffer nicht als Punkt zählt. Ein verteidigter Korb ist erlangt wenn eine der folgenden Regeln erfüllt ist:


1. Der Verteidiger steht näher zum Korb als der Angreifer.
2. Der Verteidiger hat maximal eine Armlänge Abstand vom Angreifer.
3. Der Verteidiger schaut den Angreifer an (er ist sich bewusst, dass der Angreifer auf den Korb werfen
    könnte)
4. Der Verteidiger macht durch seine Armhaltung klar, dass er den Ball verteidigen will.

Wie er zu dem Sport kommt, wie dieser seinen Alltag bestimmt und noch vieles mehr erfragt euer Rockz.com Magazin bei Nationalspieler Fabian Meid:

Rockz!: Fabian, kannst du uns kurz erzählen wie du zu Korfball gefunden hast bzw. Korfball zu dir?

Nachdem ich mit Tae-Kwon-Do aufgehört hatte, sprach mich meine Mutter an und erzählte mir von Korfball. Sie hat zur selben Zeit in einer Nachbarhalle Gymnastikstunden gegeben und war total begeistert davon. Ich probierte es aus und blieb tatsächlich dabei... wenn man die Regeln verinnerlicht hat ist es quasi ein Selbstläufer.

Rockz!: Wie war dein Gefühl vor dem ersten Nationalspiel? Warst du nervös?

Ja, auf jedenfall. Es war ein komisches Gefühl. Das war bei einem Vorbereitungsspiel für die U19-WM 2007. Ich wurde kurz vor Schluss noch eingewechselt, ist aber alles gut gegangen.

Rockz!: Wie stehen die Chancen für Korfball in der Zukunft?

Puh... Sponsorenfindung ist ein ziemlich heikles Thema. Da Korfball eher unbekannt ist, ist es schwierig an Sponsoren zu gelangen. Korfball ist hier in Deutschland eben nur in Castrop-Rauxel und Bergisch Gladbach wirklich vertreten und Zuschauer sind bis auf ein paar Ausnahmen auch nur Nachbarn und Verwandte. In den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und auch Taiwan hat Korfball aber auch schon wieder einen ganz anderen Stellenwert.
Zum Thema Olympia - Korfball wurde 1997 immerhin als Olympische Sportart anerkannt und ist so nun langsam aber sicher auf dem Weg zu Olympia. Mit 57 korfballspielenden Nationen ist die Mindestanzahl für eine Teilnahme auch noch nicht erreicht.


Rockz!: Wie hoch ist der Zeitaufwand um das Niveau als Nationalspieler halten zu können?

Im Vergleich zu Sportarten wie Fußball, Handball oder Basketball ist es hier in Deutschland natürlich einiges einfacher Nationalspieler zu werden. Aber zum normalen Vereinstraining kommt eben noch das Training für die Auswahl hinzu. Das in Kombination zur Ausbildung und dem normalen Meisterschaftsbetrieb führt natürlich zu einem enorm straffen Zeitplan, denn Fahrten nach Castrop-Rauxel und Umgebung sind hierbei keine Seltenheit.

Rockz!: Inwiefern lassen sich der Sport und dein Beruf vereinbaren? Wie sieht es aus mit Familie/Freundin?

Für mich ist der Sport natürlich ein super Ausgleich zu meiner Ausbildung zum Fachinformatiker. Wenn man den ganzen Tag vor dem PC saß ist man einfach froh, wenn es dann abends in die Halle geht und man eine Runde zocken kann.
Freundin habe ich keine, ist aber manchmal auch ganz gut so. ;)

Quellen:
SG Pegasus
Korfball.de
Fabian Meid
Bild: Niels Kim@Wikimedia Commons


3.37 mit 19 Stimmen *****

magazin, sport 31.01.2010 - 0 Abonnenten - 503 mal gelesen

Kommentare:

FreiWild97 schrieb:

15.03.2010

gut gemacht
ich hab davon schon mal gehört
dcode schrieb:

16.03.2010

Die Regeln kommen aber abenteuerlich rüber...

3. Der Verteidiger schaut den Angreifer an
Und das ist wann genau nicht der Fall? Wenn der Verteidiger mal kurz weg muss oder einschläft? M)
Desp schrieb:

17.03.2010

Ich habe mal etwas recherchiert hierzu:

Der Korbwurf wird als verteidigt gewertet, wenn der Verteidiger jede der folgenden Voraussetzungen erfüllt:
1. Er muss sich näher am Korbständer befinden als der Angreifer, es sei denn, dass er und der Angreifer sich in der Nähe und nicht auf derselben Seite des Ständers befinden. In diesem Falle genügen die Bedingungen unter Punkt 2, 3 und 4.
2. Er muss sich in ‚Armlängenabstand‘ zum Angreifer befinden. („Armlängenabstand“ bedeutet, dass der Verteidiger sich nahe genug befindet, um die Brust des Angreifers berühren zu können).
3. Er muss sein Gesicht dem Angreifer zugewandt haben.
4. Er muss tatsächlich versuchen, den Ball zu blockieren.

Wie leicht ein kleine Wörtchen doch schon den Sinn manchmal verdrehen kann! So betrachtet klingen die Regeln zur Verteidigung dann wieder logisch ... =)
littlevany schrieb:

17.03.2010

Bei uns war das Sportwahlfach.

Eigentlich hat es mich aufgeregt, dass ich ausgerechnet dieses Fach nehmen musste, weil das Los es so getroffen hatte; aber eigentlich war es interessant und mal was anderes. Eine gute Art von Teamsport
xDud3 schrieb:

19.03.2010

kuhel
joulz schrieb:

21.03.2010

Guter Bericht.. Aber die Sportart find ich nicht so doll (:
C1BoT schrieb:

28.03.2010

Der Sport hört sich sehr interessant an :) aber leider noch nicht so verbreitet... wie bist du darauf gekommen ?
Ypsilon schrieb:

28.03.2010

Der Fabian ist n Arbeitskollege von mir ;) ...